Zur Person:
Christof Weiglein wurde 1964 in Triberg geboren und kam im selben Jahr nach Villingen, wo er heute noch lebt. Er hat die Realschule in Villingen und das Technische Gymnasium in Schwenningen besucht. In Konstanz hat er Maschinenbau studiert und als Diplom Ingenieur FH abgeschlossen. Christof Weiglein ist verheiratet und arbeitet als Konstrukteur. Von ihm sind bisher zwei Bücher erschienen.
Christof Weiglein im Gespräch
„Herr Weiglein, wie kamen Sie zum Schreiben?“
„Auslöser waren die Fortsetzungsfolgen der Marvel Comics. Wenn Spiderman sich in auswegloser Lage am Boden krümmte und der Superschurke zum vernichtenden Schlag ausholte, endete die Geschichte. Für das nächste Heftchen fehlte mir das Geld und so musste ich die Geschichte selbst zu Ende denken.“
„Und das haben Sie dann aufgeschrieben?“
„Nein, bis dahin war es noch ein weiter Weg. Bedenken Sie, ich war damals gerade mal 10 Jahre alt und meine schriftstellerischen Möglichkeiten waren mehr als begrenzt. Ganz abgesehen von meiner katastrophalen Orthographie. Die hat sich leider bis heute kaum verbessert.“
„Wie ging es dann weiter?“
„Später, als ich die Realschule besuchte, kamen eigene Geschichten dazu. Inspiriert wurde ich durch persönliche Erfahrungen.“
„Zum Beispiel?“
„Nehmen wir ein Ereignis in den Sommerferien bei meiner Oma. Es gab im Wald Ärger mit einer Gruppe anderer Kinder, die mit Pfeil und Bogen ausgerüstet waren. Daraus wurde eine abenteuerliche Geschichte mit einem unbekannten Volk, das sechs Finger an der Hand hatte.“
„Gibt es dazu ein Buch oder ein Manuskript?“
„Nein, die Geschichte existiert nur in meinem Kopf. Aber vielleicht wird mal was daraus.“
„Nach der mittleren Reife haben Sie das Technische Gymnasium in Schwenningen besucht.“
„Ja. Für mich war klar, dass ich Ingenieur werden wollte.“
„Das hat ja auch geklappt.“
„Ja. Ich habe an der Fachhochschule Konstanz studiert und als Diplom Ingenieur FH der Fachrichtung Maschinenbau abgeschlossen.“
„Was war mit der Schriftstellerei?“
„Die war als solches nie ein Thema. Auf der Schule war ich in Deutsch Durchschnitt und einzelne Versuche, etwas zu Papier zu bringen, scheiterten kläglich.“
„Warum?“
„Mangelnde Geduld, mangelnder Ehrgeiz. Vor allem habe ich zu wenig gelesen.“
„Wie ging es weiter?“
„Kurz vor dem Ende meines Studiums hatte ich im August 1990 einen Badeunfall auf Kreta.“
„Der eine Querschnittlähmung nach sich zog.“
„Ja. Darauf folgte die schlimmste Zeit meines Lebens. Ein Jahr war ich kaum Handlungsfähig. Ohne Sabine, meine damalige Freundin und jetzige Frau, hätte ich das nicht überstanden.“
„Der Unfall hat Sie geprägt?“
„Natürlich. Von einem Moment auf den anderen wurde aus dem jungen, sportlichen Studenten ein Pflegefall. Das verrückte war, für mich ereignete sich die größtmöglichste Katastrophe, doch die Welt drehte sich weiter. Nur diese Welt war eine andere, eine Welt in der ich mich erst einmal zurecht finden musste. Wenn sich deine Lebenskoordinaten verschieben, ist alles neu. Eine Erfahrung, die mich bis heute beschäftigt.“
„Wie kam es dann zu ihrem ersten Buch?“
„Das lag noch in weiter Ferne. Erst einmal musste ich mich fit für das alltägliche Leben machen, sprich selbständiges Anziehen und ähnliche Dinge. Nebenbei bemerkt: eine extrem schwierige Aufgabe, wo die Resignation beinahe gesiegt hätte. Danach fasste ich in der Arbeitswelt Fuß. Seit 1992 arbeite ich als Konstrukteur. Irgendwann begann ich mit einer Geschichte für Kinder, die eigentlich nur für meine Nichten gedacht war. Daraus wurde das Kinderbuch, „Ein haariger Fall für C. A. Rotzgewitsch“, das auch Erwachsene gern gelesen haben. Die Feststellung, dass ich mit meinen ausgedachten Geschichte fesseln konnte, ließ den Plan reifen, einen wirklich dicken Roman, einen richtigen Schmöker zu schreiben. Hatte ich das Kinderbuch noch in meiner Freizeit verfasst, so nahm ich mir für dieses Projekt mehrere Male unbezahlten Urlaub. So ist über einen Zeitraum von beinahe sechs Jahren „Das Ende des Kreises“ entstanden.“
„Das Buch haben Sie im Eigenverlag vertrieben. In ihrer Heimatstadt hat es viele begeisterte Leser gefunden. Es verkauft sich sehr gut. Doch wie sehen Sie die Chancen, Überregional bekannt zu werden?“
„Nun, ich muss zugeben, dass ich die Sache ziemlich blauäugig angegangen bin. Ich dachte ein Buch das gut ist, verkauft sich von allein. Dem ist leider nicht so. Ohne eine geeignete Marketingstrategie, oder ohne einen seriösen Verlag, hast du keine Chance.“
„Was werden Sie in diese Richtung unternehmen?“
„Da laufen im Moment einige Dinge. Man wird von „Das Ende des Kreises“ noch hören, da können Sie sich sicher sein.“